„Leuchtende Schatten“
Die Ausstellung „Leuchtende Schatten" im Rahmen des 40. Schönberger Musiksommers präsentiert Malerei und Grafik von Michael Wirkner, Katarina Neuweg und Nina Langbehn. Die Positionen eint ein sensibles Arbeiten mit Licht, Dunkelheit, Transparenz und Verdichtung – Themen, die im sakralen Raum der St.-Laurentiuskirche eine besondere Resonanz entfalten.
Die historische Kirche wird dabei bewusst als Raum der Begegnung genutzt, in dem visuelle Kunst, Klang und Reflexion in einen vielschichtigen Dialog treten. Die Ausstellung ist Teil des kulturübergreifenden Konzepts des Schönberger Musiksommers, der seit vier Jahrzehnten musikalische Programme mit anderen Kunstformen und geistigen Impulsen verknüpft.
Michael Wirkner
Im Jahr 2026 jährt sich der Tod des Künstlers zum 14. Mal. Seine meisterhaften Werke in ihrer autonomen Erscheinung und emotionalen Wucht zählen zu den bedeutendsten künstlerischen Positionen, die im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern seit Mitte der 1980er Jahre entstanden sind. Sein Werk, das sich intensiv mit Licht-Schatten-Relationen, Farbräumen und atmosphärischer Verdichtung auseinandersetzt, lebt in seinem Spannungsfeld zwischen Abgründigkeit und emotionaler Aufrichtigkeit fort.
Katharina Neuweg
Abstraktion ohne die Bezüge zur Figur, zum Raum und zum Licht zu verlieren – das verbindet die Arbeiten der Künstlerin mit denen von Michael Wirkner. Malerische Übersetzungen aus dem Beobachteten und Erlebten, das Ausloten der Farben und ein feines Gespür für Überlagerungen und Transparenzen findet sie spannend und erkennt sie auch in Wirkners Malerei wieder, die nicht anheimelnd daherkommt, sondern den Dialog mit dem Betrachter einfordert.
Nina Langbehn
Nina Langbehn interessiert sich für Momente des Erkenntnisgewinns im freien künstlerischen Schaffen. Dazu beschäftigt sie sich auch mit transdisziplinären Strategien der Wissensproduktion. In vielen ihrer Arbeiten untersucht sie eingeübte, konventionalisierte Vorgehensweisen, wie diese unsichtbar werden und was ablesbar wird, wenn sich Nuancen verschieben. Sie arbeitet oft mit intuitiv generierten Mustern, das Wissen ihres eigenen Körpers befragend, und sucht dabei den Dialog mit einem Gegenüber bzw. mit ihrer Umgebung. Über längere Zeiträume hinweg widmet sie sich repetitiven Übungen und reflektiert dabei Zustände, die erzeugt werden.
Eröffnung
Die Ausstellungseröffnung wird von einem einführenden Gespräch begleitet, das die künstlerischen Positionen kontextualisiert und für das Publikum zugänglich macht: Dr. Elke Pretzel, die den Nachlass von Michael Wirkner sichtete und kunsthistorisch einordnete, und Annette Czerny (Kuratorin) sprechen mit den beiden Künstlerinnen über Werk, Themen und die besondere Situation des Ausstellens im sakralen Raum.
Musikalisch kommentiert wird der Abend durch Warnfried Altmann (Saxofon).