

Von Beginn an war uns wichtig, im Kirchenraum zu den Klängen auch Kunst auszustellen. Nicht als dekorative Ergänzung, sondern als eigenständiges Werk, das im besten Fall mit dem sakralen Raum und der Musik in einen Dialog tritt. Als Kuratorin hat die Künstlerin Annette Czerny in den vergangenen Jahren vielen zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern die Gelegenheit gegeben, ihre Positionen in Schönberg zu präsentieren - ob in Gemeinschafts- oder Einzelausstellungen oder Performances. Bei der Konzeption der Ausstellungen spielt auch der regionale Bezug eine Rolle – ob bei den Kunstschaffenden oder den Themen. Während der Eröffnung können die Besucher mit den Künstlern ins Gespräch kommen.
Die Kunstwerke sind nicht nur an den Wänden, sondern im gesamten Innenraum verteilt und sorgen vor und nach den Konzerten für angeregte Gespräche - kontroverse Diskussionen sind durchaus gewollt. Auch außerhalb der Veranstaltungen und Gottesdienste ist die Kirche im Sommer für Ausstellungsbesuche geöffnet
Der Eintritt zu der Ausstellung ist frei.
Öffnungszeiten der Ausstellung möglichst: Dienstag bis Sonntag von 12.00 bis 17.00 Uhr,
sowie vor und nach den Konzerten oder bei Anmeldung.
Änderungen vorbehalten!

Michael Wirkner, Katarina Neuweg und Nina Langbehn
Annette Czerny
Dr. Elke Pretzel und Annette Czerny
Warnfried Altmann (Saxophon)
Die Ausstellung „Leuchtende Schatten" im Rahmen des 40. Schönberger Musiksommers präsentiert Malerei und Grafik von Michael Wirkner, Katarina Neuweg und Nina Langbehn. Die Positionen eint ein sensibles Arbeiten mit Licht, Dunkelheit, Transparenz und Verdichtung – Themen, die im sakralen Raum der St.-Laurentiuskirche eine besondere Resonanz entfalten.
Die historische Kirche wird dabei bewusst als Raum der Begegnung genutzt, in dem visuelle Kunst, Klang und Reflexion in einen vielschichtigen Dialog treten. Die Ausstellung ist Teil des kulturübergreifenden Konzepts des Schönberger Musiksommers, der seit vier Jahrzehnten musikalische Programme mit anderen Kunstformen und geistigen Impulsen verknüpft.
Im Jahr 2026 jährt sich der Tod des Künstlers zum 14. Mal. Seine meisterhaften Werke in ihrer autonomen Erscheinung und emotionalen Wucht zählen zu den bedeutendsten künstlerischen Positionen, die im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern seit Mitte der 1980er Jahre entstanden sind. Sein Werk, das sich intensiv mit Licht-Schatten-Relationen, Farbräumen und atmosphärischer Verdichtung auseinandersetzt, lebt in seinem Spannungsfeld zwischen Abgründigkeit und emotionaler Aufrichtigkeit fort.
Abstraktion ohne die Bezüge zur Figur, zum Raum und zum Licht zu verlieren – das verbindet die Arbeiten der Künstlerin mit denen von Michael Wirkner. Malerische Übersetzungen aus dem Beobachteten und Erlebten, das Ausloten der Farben und ein feines Gespür für Überlagerungen und Transparenzen findet sie spannend und erkennt sie auch in Wirkners Malerei wieder, die nicht anheimelnd daherkommt, sondern den Dialog mit dem Betrachter einfordert.
Nina Langbehn interessiert sich für Momente des Erkenntnisgewinns im freien künstlerischen Schaffen. Dazu beschäftigt sie sich auch mit transdisziplinären Strategien der Wissensproduktion. In vielen ihrer Arbeiten untersucht sie eingeübte, konventionalisierte Vorgehensweisen, wie diese unsichtbar werden und was ablesbar wird, wenn sich Nuancen verschieben. Sie arbeitet oft mit intuitiv generierten Mustern, das Wissen ihres eigenen Körpers befragend, und sucht dabei den Dialog mit einem Gegenüber bzw. mit ihrer Umgebung. Über längere Zeiträume hinweg widmet sie sich repetitiven Übungen und reflektiert dabei Zustände, die erzeugt werden.
Die Ausstellungseröffnung wird von einem einführenden Gespräch begleitet, das die künstlerischen Positionen kontextualisiert und für das Publikum zugänglich macht: Dr. Elke Pretzel, die den Nachlass von Michael Wirkner sichtete und kunsthistorisch einordnete, und Annette Czerny (Kuratorin) sprechen mit den beiden Künstlerinnen über Werk, Themen und die besondere Situation des Ausstellens im sakralen Raum.

Einladung zum Kunstprojekt – einem Projekt, das Kunst, Protest und gemeinsames Nachdenken verbindet.
Es ist eine Suche nach Ideen für ein friedvolleres Miteinander, bei der Künstler:innen verschiedener Genres mit den Möglichkeiten einer Metamorphose experimentieren.
Es geht um eine Benennung dessen, was uns fehlt, was uns teilt, was uns vor sich hertreibt, damit wir ernsthaft Veränderungen, Verbesserungen schaffen können.
Theorie trifft Praxis. So gibt es über die Projektdauer Aktionen, Gespräche, Umbauten und viel Miteinander.
17. Juni 2025 um 20:00 Uhr
Ort: St. Laurentius-Kirche in Schönberg
Projektdauer: 17. Juni bis 16. September
Geselliger Zenit: Freitag, 8. August um 20:00 Uhr
Dienstag, den 16.09.2025 ab 18:30 bis ca. 19:45 Uhr in der Kirche und auf dem Kirchplatz stattfinden.
Zum Abschluss des KunstProjektes und im Vorfeld des Abschlusskonzertes des Schönberger Musiksommers können wir noch einmal miteinander ins Gespräch kommen; über die Hintergründe des Projekts und was uns alle beschäftigt und umtreibt. Dabei können wir, wenn sie Lust haben, aus ihrem mitgebrachten Altkleid gemeinsam ein Rhizom knüpfen. Die Künstlerinnen sind anwesend.
Wir freuen uns auf Sie.
sind unter anderem Anna Rose, Anne Wende, Astrid Brünner, Christine Lengtat, Erik Rüffler, Grit Sauerborn, Janet Zeugner, jay Haeusser, Juliane Laitzsch, Karen Kunkel, Karin Schröder, Kerstin Borchardt, Marieken Matschenz, Miro Zahra, Paul Târziu / RO, Pauline Stopp, Ramona Seyfarth, Santhe Hauser CH/AT, Silke Peters, Ruzica Zajec, Susanne Gabler, Takwe Kaenders und viele mehr.
Mit dabei ist unter anderem die Schriftstellerin Silke Peters aus Stralsund. Sie hat einen Text erarbeitet, der die gedanklichen Fäden aus der Zusammenarbeit mit vielen Künstler:innen in eine zeitliche und bildliche Ordnung bringt.
Dieser Text wird gemeinsam mit dem Publikum aufgeführt und weitergeschrieben. Zudem laden wir Sie ein, sich mit einem aufgetragenem persönlichen Altkleid, welches Sie mitbringen, in die raumgreifende Installation „ICH SEHE_RHIZOME“ einzubringen, um ein anti-hierarchisches, vielstimmiges Bild wachsen zu lassen.
Von Ende Juni bis Mitte August finden verschiedene Aktionen statt.
Bleiben Sie auf dem Laufenden über unseren
Newsletter und unsere Webseite: www.schoenberger-musiksommer.de/kunst
Landesverband Soziokultur MV e.V.
Demokratie Leben aus dem Netz
Nordkirche
Ehrenamtsstiftung
Foto: die rhizome wachsen.
Danke für die Kleiderspenden, die Geschichten dazu, die Beiträge für die Konzeptwand und die Unterstützung beim Knoten und Installieren.
Zusammen macht Spaß!!!

Das kuratorische Konzept der Ausstellung wurde unter dem Titel „STATUSMELDUNG“ entwickelt.
Es spielt mit der aus den sozialen Medien gebräuchlichen Verwendung und möchte die Reflexion des eigenen Umgangs sowie die Auseinandersetzung und Hinterfragung des tatsächlichen SEIN-Zustands provozieren.
Im Zeitalter der virtuellen Galerien, der Selfie-Kultur und der Selbstoptimierung können der Optimierungsdruck und die damit einhergehenden perfektionistischen Ambitionen zu Widersprüchen, Überforderungen und Leiden führen, wenn die eigenen Grenzen selbstzerstörerisch überschritten werden, um im Wettbewerb mithalten zu können.
Die Fragestellungen zu Identität und Individualität werden zum Spannungsfeld der kontroversen Themen unserer Zeit: Kriege, Klimawandel, Flucht, geopolitischer Wandel, Energiekrise, Angst vor Wohlstandsverlust, was von vielen als zutiefst beunruhigend oder gar lebensbedrohlich wahrgenommen wird.
Ziel der Ausstellung ist es, Künstler*innen zusammenzubringen, die dieses Spannungsfeld und ihren eigenen „Status“ darin ausloten und reflektieren. Ganz unterschiedliche künstlerische Positionen, wie Objekt, Installation,
Konzept, Grafik, konkrete Kunst, verbinden sich, fordern sich gegenseitig heraus, befragen sich und verstärken einander.
„STATUSMELDUNG“ möchte Fragen stellen und Denkanstöße geben.
Wie könnte eine Welt aussehen, in der wir gern leben und was können wir dazu beitragen?
Gibt es einen Plan B?
Tino Bittner, Schwerin
Felix Fugenzahn, Bobitz
Daria Gabruk, UKR, Schwerin
Christine Lengtat, Wismar
Anna Rose, Rostock
Erik Rüffler, Gantenbeck
Pauline Stopp, Greifswald
Karen Kunkel und Peter Tucholski
Annette Czerny
Zur Ausstellung erscheint eine Dokumentation. Hier download
Künstlergespräch am DI 13.08.2024 / 18.30 Uhr.

Sonntag, 20.08. mit Renate U. Schürmeyer
Freitag, 25.08. mit Katja Stelz
Samstag, 26.08. mit Annette Czerny
Freitag, 01.09. mit Katja Stelz
Samstag, 16.09. mit Annette Czerny
Jeweils 15.00 Uhr. Treffpunkt ehemalige Büdnerei.
14.00 Uhr in Maurinmühle, 17.00 Uhr in der St.-Laurentius-Kirche
Weite Blicke über sanfte Hügel bis zum Horizont. Maurinmühle. Über die Geschichte(n) des Ortes ist „Gras gewachsen“, doch haben sie sich ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben. Im Zweiten Weltkrieg wurden hier Säuglinge osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen zu Tode „gepflegt“. Das DDR-Regime hat die physischen Spuren getilgt. In den Archiven Leerstellen. Die Spurensuche zu den Nachkommen der Opfer ist schwierig.
Was werden wir mit diesem Ort machen? Werden wir ihn vergessen?
Oder können wir Wege finden, die von der „Betroffenheit“ über historisches Geschehen hinaus zu nachhaltigem Handeln in der Gegenwart führen?
Im zweiten Teil des ORTSZEIT-Projektes zu Maurinmühle werden die Arbeiten fast ausschließlich im Außenraum installiert.
Auf einem künstlerisch historischen Weg um Maurinmühle können sich interessierte Besucher*innen über den Ort und die Geschehnisse informieren.
Kunst setzt die wissenschaftliche Recherche fort; sie vermittelt auf emotionaler Ebene und macht Erfahrungen wiedererlebbar, die schon lange her sind.
Diese Vergegenwärtigung schafft die aktuelle Relevanz.
Geschichtswissenschaftliche Begleitung:
Lukas Augustat (Martin-Luther-Universität/Halle-Wittenberg)
Dr. Florian Ostrop, Stiftung Mecklenburg
JANET ZEUGNER,
KATJA STELZ, RICO.,
RAMONA SEYFARTH,
RENATE U. SCHÜRMEYER,
KARIN SCHROEDER,
NORBERT SARNECKI,
MONIKA QUASI RADZEWICZ,
GUDRUN BRIGITTA NÖH,
SANTHE HAUSER,
SUSANNE GABLER,
ANNETTE CZERNY,
PAWEŁ KUCZYNSKI,
UDO RATHKE.
https://katapult-mv.de/artikel/kunst-erinnert-an-graeueltaten-an-kindern
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mit Anja Pinnau - Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin,
Olaf Both - Leiter Volkskundemuseum Schönberg,
Petra Haase - Journalistin und
Annette Czerny - Kuratorin
Janet Zeugner - experimentelle Fotografie * Hannah Strothmann - Modelle und Zeichnungen - Spurensuche als Weg durch die Landschaft * Ramona Seyfarth - Objekt, Installation * Karin Schroeder - Installation * Norbert Sarnecki - Skulptur * Rico. - Objekt * Udo Rathke - Zeichnung * Monika Quasi Radzewicz - Malerei * Gudrun Brigitta Nöh - Videoinstallation * Lydia Klammer - Performance
Wie auch bei den Ausstellungsprojekten Ortszeit I und Ortszeit II beschäftigt sich eine Gruppe internationaler Künstler*innen auf Einladung von Annette Czerny mit einem Ort, in den sich zwei Epochen der deutschen und der deutsch-deutschen Geschichte eingeschrieben haben.
Begünstigt durch die abgelegene Lage – bei gleichzeitiger Nähe zur Zivilisation war es den jeweiligen Regimen möglich, jenseits der öffentlichen Aufmerksamkeit, ihre menschenverachtenden, zerstörerischen Unternehmungen voranzutreiben.
Das klingt unverfänglich, doch ist für viele Menschen dieser Ort noch schicksalhaft ins individuelle und familiäre Gedächtnis eingraviert. Im finstersten Kapitel der Geschichte von Maurinmühle wurden ab Beginn der 1940er Jahre „schwererziehbare“ Kinder unter grausamsten Bedingungen untergebracht. Säuglinge von polnischen und ukrainischen Zwangsarbeiterinnen wurden dorthin gebracht und zu Tode „gepflegt“. Von den Zeugen, die selbst noch Kinder waren, sind nur noch wenige am Leben.
Was werden wir aus diesem Ort machen? Werden wir ihn vergessen? Welche Möglichkeiten des Erinnerns und Gedenkens finden wir? Wie finden junge Menschen den Zugang zur Geschichte in ihrer unmittelbaren Nähe?
Wie können wir die Spuren der Erinnerung aus der Gegenwart denken? In einer Gegenwart, in der aktuell in unserer Nachbarschaft so viele Menschen unfassbares Leid durch Krieg und Zerstörung erfahren? Hängen die Zyklen von Krieg und Frieden mit unserer Apathie und verblassenden Erinnerungen zusammen?
Das Projekt findet in zwei Teilen statt: Im ersten Teil zeigen einige beteiligten Künstler*innen die ersten Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit diesem Ort, den Stand der forensischen Recherchen.
Während des Projektzeitraumes werden Gesprächsrunden Künstlergespräche und Podiumsdiskussionen in Schulen und anderen geeigneten Orten stattfinden. Die Termine hierzu werden rechtzeitig u.a. auf unserer Webseite bekannt gegeben.
Das gesamte Projekt wird von Experten und Historikern und der Stiftung Mecklenburg (Dr. Florian Ostrop) begleitet.